»There is a special place in hell for women who don’t help other women« lautet ein bekanntes Zitat der ehemaligen Politikerin Madeleine Albright. Shelley Zalis ist Gründerin, Unternehmerin und begeisterte Netzwerkerin und hat diese Aussage kurzerhand einfach in ein positives Gewand gesteckt. ”There is a special place in heaven for women who support other women« kam dabei heraus. Das stimmt natürlich, ließe sich aber sogar noch erweitern. Frauen, die andere Frauen unterstützen, kommen nämlich nicht nur in den Himmel (oder an einen anderen schönen Ort, den natürlich jede und jeder für sich selbst definieren kann), sondern auch leichter an die Spitze. Eine im renommierten Harvard Business Review publizierte Studie zeigt, dass Frauen, die ein gut funktionierendes, enges Netzwerk haben, eher in Managementpositionen kommen als Frauen, die kein solches Netzwerk haben. Der Grund liegt eigentlich auf der Hand: Immer noch ist es so, dass Frauen, die Führungspositionen anstreben mit unconscious bias zu kämpfen haben. Diese zu überwinden, fordert ein hohes Maß an Stärke und Durchhaltevermögen ein – beides lässt sich, mit einem starken Netzwerk im Rücken, viel einfacher entwickeln und erhalten.

»My advice to women is to reframe what ‚networking‘ is. The fact alone that the word has ‚work‘ in it creates pressure for women to feel like it’s something they have to do.«

Klingt logisch, wurde aber über lange Zeit kaum gelebt. Traditionell wird Frauen nämlich gerne das Gefühl vermittelt, dass sie in einem harten Wettkampf mit anderen Frauen stünden – weil es an der Spitze eben nur so wenige Positionen für Frauen gäbe. Statt der Räuberleiter gab und gibt es leider immer noch eher den ans Bein gebundenen Ziegelstein. Um genau das zu ändern, hat Zalis vor etwa sieben Jahren ein Frauennetzwerk gegründet und mittlerweile etwa 17.500 Frauen miteinander verknüpft. Begonnen hat alles damit, dass Zalis als junge Frau nicht alleine zu einer Konferenz fahren wollte und deshalb kurzerhand einfach ein paar Freundinnen eingepackt hat. Wichtig am Netzwerken ist, dass es einfach und ungezwungen bleibt – wer möchte, kann deshalb das Wort »work« aus »networking« auch einfach rausstreichen. »My advice to women is to reframe what ‚networking‘ is. The fact alone that the word has ‚work‘ in it creates pressure for women to feel like it’s something they have to do, and then I see women stress about how to do it.  Simply putting yourself in environments that give you the opportunity to meet with peers and get to know each other and share experiences can be a game changer. And chances are, if you make meaningful connections, they are ones that will last a lifetime«, bringt es Gail Tifford, Chief Brand Officer bei Weight Watchers, in einem von Zalis für das Forbes Magazine verfassten Artikel auf den Punkt.

»Today, my squad is so important for my career and my mental well-being.«

Die Geschichten sind zwar unterschiedlich, laufen aber immer auf dasselbe hinaus: Wer sich für die Räuberleiter entscheidet, trifft gleichzeitig eine wichtige Entscheidung für sich selbst und macht möglicherweise auch den nächsten Schritt auf der eigenen Karriereleiter. Gleichzeitig – und so fasst es Pam Kaufmann, Präsidentin bei ViacomCBS, zusammen – kommt es aber nicht nur auf das berufliche Netzwerk und auf das regelmäßige Austauschen von Visitenkarten an, sondern in erster Linie auf jene Menschen, die bei allen möglichen Tragödien, Komödien und Tragikomödien hundertprozentig hinter einem stehen: »Richelle Parham, the former CMO for eBay who sits on the board for Best Buy, once asked me, ‘Who is on your team?’ She didn’t mean people I managed, but who I had in my professional life that served as my support network. Taking Richelle’s advice, I began building my squad - people I could bounce ideas off of, go to for advice, pick me up when I needed a boost. Today, my squad is so important for my career and my mental well-being. Not only do we support each other, but we act as connectors to people and opportunities. Whenever one of us comes across a great opportunity, we immediately send it to each other. It is amazing to be part of a group of women who want you to be your very best and actively help you to succeed.”

 

Shelley Zalis ist Unternehmerin und Gründerin von The Female Quotient. Dort arbeitet sie mit mehreren Fortune 500-Unternehmen zusammen, um Equality und Diversity in der Wirtschaftswelt weiter voranzutreiben.