Die Zukunft gehört den Frauen. Daran bestand am 3. Oktober in der großen Halle der Ankerbrotfabik keinerlei Zweifel. An diesem Tag fand nämlich DIE Messe in den neu renovierten Räumlichkeiten im zehnten Bezirk statt. DIE Messe gibt es bereits seit 2017 und hat sich der wichtigen Aufgabe verschrieben, die Technik an die Frau zu bringen. Oder eben Frauen zur Technik. Beides stimmt. Leider ebenfalls richtig ist, dass viele Frauen noch große Hemmungen haben, wenn es darum geht in ein technisches Berufsfeld einzusteigen. Und genau an diesem Punkt setzt DIE Messe an, die auch in diesem Jahr wieder von der Bildungseinrichtung Mentor auf die Beine gestellt wurde.

Ein gutes Stichwort, denn das Hauptziel der sorgsam organisierten und kuratierten Berufsmesse ist es, Frauen den Weg in die Bereiche Handwerk, Technik und Digitalisierung zu zeigen. Immer mit der Hoffnung, dass sie dort dann auch Fuß fassen und auf eigenen Beinen stehen können. In der Regel gelingt das sehr gut, denn der Bedarf ist gerade im MINT-Bereich alles andere als gedeckt. Außerdem gibt es genug Potenzial. Und zwar sowohl auf der Seite der Unternehmen, als auch auf jener der interessierten Frauen. Sichtbar wurde das auch anhand des vielfältigen Messeprogramms. Geboten wurden den Besucherinnen, neben Infoständen und Unternehmenspräsentationen, auch Vorträge, Workshops, Science Labs und Bewerberinnenlounges.

Spannende Podiumsdiskussionen rundeten den Messetag ab. Und auch hier kam der Frage, ob die Zukunft nun tatsächlich den Frauen gehöre, eine zentrale Bedeutung zu. Unternehmerin und Nationalratsabgeordnete Therese Niss, die sich am Nachmittag an einer spannenden Diskussion zum Thema Frauen und Technik beteiligte, sprach sich hier sehr klar aus: »Die Zukunft muss auf jeden Fall weiblicher sein, denn Diversität ist ein entscheidendes Kriterium für Erfolg.« Das unglaubliche Potenzial, das hier schlummert, darf Niss zufolge, nämlich auf keinen Fall ignoriert werden.

Tülay Tuncel kümmert sich bei der Wirtschaftgentur Wien um den Bereich Unternehmensgründungen und findet, dass die Zukunft den smarten Entscheidungen gehört. »Frauen denken sehr interdisziplinär und machen manche Dinge aus anderen Antrieben heraus als Männer«, erklärt sie. Definitiv Aspekte, die smarten Entscheidungen einen guten Nährboden bieten. Einig waren sich alle Diskutantinnen beim Thema Vorbilder. »Frauen brauchen Vorbilder und zwar solche mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebensgeschichten. Sie fungieren in den Betrieben als Rolemodels, an denen sich junge Mitarbeiterinnen orientieren können«, bringt es Ulrike Alker, Leiterin Gender & Diversity Management am FH Campus Wien, auf den Punkt. Zwei Rolemodels wurden auch aufs Podium eingeladen, nämlich Elisabeth Mauterer und Irene Lachkovics, die beide das FiT-Programm des AMS absolviert haben.

Eine smarte Entscheidung war es auf jeden Fall auch, diese Messe ins Leben zu rufen. Hier wurden nämlich nicht nur sämtliche Berufsbilder neu gezeichnet (»ja, auch junge Mädchen können Nutzfahrzeugtechnikerinnen werden«), sondern auch echte Vorbilder geschaffen. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.