Dass diverse Teams besser performen, sagen mittlerweile nicht nur AutorInnen entsprechender Studien, sondern auch jene Unternehmen, in denen eine diverse Unternehmenskultur bereits gelebt wird. Es tut sich also etwas, auch wenn es mit dem Etikett »Diversity Management« alleine noch nicht getan ist. Monika Schnitzer forscht in der internationalen Wettbewerbspolitik, gilt als Expertin für Unternehmensfinanzierung und hat jüngst mit einer Aussage zum Thema Diversität für Aufsehen gesorgt. Sie ist davon überzeugt, dass es den Dieselskandal mit Frauen im VW-Vorstand nicht gegeben hätte.

Im Interview mit der FAZ erklärt sie, dass mit Frauen im Vorstand die Gruppendynamik ganz anders gewesen wäre. »In einer homogenen Gruppe von Männern, die alle begeistert sind von Autos, Macht, Technik und Wachstum ist die Versuchung groß, sich auf die genehme Sicht der Dinge zu einigen: 'Was ist schon kriminell? Wer soll uns schon dahinterkommen?’«, so Schnitzer. Die Instanz für Zweifel fehlt in einer solch homogenen Gruppe und es gab keine Gegenstimme, kein Korrektiv.

Monika Schnitzer fordert deshalb mehr Frauen an der Spitze der großen Konzerne und mehr gemischte Teams. Das Thema Diversität reduziert sie jedoch nicht nur die Gender-Dimension, sondern beachtet stets auch andere Achsen wie die soziale Herkunft. Schnitzer selbst ist vor kurzem in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) aufgenommen worden, der die deutsche Bundesregierung in ökonomischen Fragen berät. Sie erhöhte dort selbst die Frauenquote. Die 58-Jährige zog gemeinsam mit Veronika Grimm in das fünfköpfige Gremium. Damit sind erstmals zwei Ökonominnen gleichzeitig als Beraterinnen für die Bundesregierung im SVR.