Präsentationen, egal ob es sich dabei um Powerpoint-, Keynote- oder Prezi-Präsentationen handelt, gehören in vielen Unternehmen zum Standardprogramm. Analog zu »pic or it didn’t happen« scheint es mitunter sogar zu einer Art »beam it or it didn’t happen« gekommen zu sein. Teilweise ist man sich schon gar nicht mehr sicher, ob Ideen und Innovationen ohne Folie 32 und 43 überhaupt noch möglich sind.

_01.»Jede einzelne Slide ist die perfekte Projektionsfläche für das eigene kreative Potenzial«: Und dieses lässt sich ganz hervorragend in Pfeilen, außergewöhnlichen Fonts und atemberaubenden Fading-Effekten ausdrücken. Stimmt nicht. Im Grunde gilt bei PowerPoint-, Keynote- und allen anderen Präsentationstools: Weniger ist meistens mehr. Der eigene Schöpfergeist ist meistens dann zu wild in den Vordergrund getreten, wenn die ZuhörerInnen so aussehen als hätten sie GIFs in den Augen.

_02.»Ist doch schnell gemacht so eine Präsi«: Laut einer deutschen Studie beläuft sich die Zahl der Stunden, die MitarbeiterInnen in deutschen Büros monatlich mit dem Erstellen von Präsentationen verbringen bei 20. Das sind immerhin mehr als zwei ganze Arbeitstage pro Monat.

_03.»Wer bei der Chefin oder beim Chef punkten will, kommt ohne Laptop und Beamer nicht aus«: Nun ja, nicht ganz. Zumindest gaben in Deutschland 82 Prozent der im Zuge einer Studie befragten Führungskräfte an, dass sie Präsentationen langweilig finden.

_04.»Als Vortragende oder Vortragender assistiere ich quasi meinen wunderschönen Folien«: Ich übersetze also jene Dinge, die da auf weißem oder neon-buntem Hintergrund geschrieben stehen in gesprochene Sprache. Für diese seltsame Form des Zweikanaltons besteht aber deutlich weniger Grund als bislang angenommen. Eher ist das Gegenteil der Fall: Schrift und Sprache sollten sich sinnvoll ergänzen, obwohl den Vortragenden grundsätzlich sehr viel mehr Bedeutung zukommen sollte als den Folien.