Sie haben Jus studiert und waren als Journalistin tätig. Ist Ihre Karriere ein Beispiel dafür, dass es im Management heute nicht unbedingt der klassische Weg sein muss?

Ja, Karrieren sind heute zum Glück viel diverser als früher. Auch bei Microsoft kommt es nicht unbedingt auf ein Studium an, wir haben viele Studienabbrecher, die hier sehr erfolgreich arbeiten. Ich bin dafür, dass man sich ein Ziel setzt.

Welches Ziel haben Sie sich gesetzt?

Für mich war immer klar, dass man mit Information und Kommunikation die Welt verändern kann. Das war stets mein Antrieb. Ich bin sicher, dass digitale Plattformen den Menschen ganz neue Möglichkeiten bieten. Karriere und Erfolg haben aber nichts mit Titeln oder Umsatzgrößen zu tun. Für mich war immer entscheidend, dass ich in einen Bereich gehe, in dem ich etwas Neues lerne. Ich musste immer das Gefühl haben: Schaffe ich das? Kann ich das? Dann ist es gut, dann lerne ich viel. Dem bin ich treu geblieben.

»Die Vorbildfunktion, die ich als weibliche Geschäftsführerin mit zwei Kindern habe, wirkt sich da natürlich auch aus. Man muss es eben ernst meinen.«

Sie werden häufig darauf angesprochen, als Frau die Chefin eines IT-Unternehmens zu sein. Sollte das nicht längst selbstverständlich sein?

Ich bin von solchen Fragen auch schon gelangweilt. Aber die IT-Branche wird noch immer von Männern dominiert. Ich selbst habe mich nie als Frau in der IT gefühlt, ich bin Juristin und Journalistin. Es ist wichtig, dass wir das Thema ganz bewusst fördern. Die Zahl der Studienanfängerinnen in technischen Bereichen ist eher rückläufig, dem müssen wir entgegenwirken. Bei Microsoft haben wir das Problem aber nicht: In der Geschäftsleitung sind wir zu 40 Prozent Frauen, über das ganze Unternehmen gesehen liegt der Frauenanteil bei Leitungspositionen ebenso zwischen 36 und 40 Prozent. Die Vorbildfunktion, die ich als weibliche Geschäftsführerin mit zwei Kindern habe, wirkt sich da natürlich auch aus. Man muss es eben ernst meinen.

Das Interview in voller Länge lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Sheconomy. Wir wünschen Ihnen viel Spaß und eine gute Lektüre.