Mariana Karepova © Susanne Einzenberger

Als Chefin des Österreichischen Patentamts ist Mariana Karepova Hüterin über eine Vielzahl an Erfindungen. Doch auch ihr Ideenreich ist nicht frei von Ungleichheiten. Nur sechs Prozent aller individuellen Patentanmeldungen kommen von Frauen. »Das hat mehrere Gründe«, erklärt die studierte Volkswirtin. »Patente melde ich dann an, wenn ich eine Absicht habe. Wenn ich eine Innovation für mich in Anspruch nehmen will, weil ich zum Beispiel ein Unternehmen starten möchte. Oder auch, wenn ich Patente für meine Karriere oder bloß für meine Selbstbestätigung brauche.« Im Vergleich zur Forschung, die in erster Linie von Neugierde getrieben wird, seien das vor allem »egoistische« Gründe. »Und wir wissen, dass es mit ‚Egoismus‘ bei Frauen im Beruf meistens nicht so gut aussieht«, so Karepova.

Der Blick nach Deutschland ergibt ein ähnliches Bild. Auch bei unseren Nachbarn im Norden sitzt eine Frau an der Spitze des Patentamts, Cornelia Rudloff-Schäffer – während der Großteil der Patente von Männern angemeldet wird. Wie eine statistische Analyse des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) ergab, lag der Frauenanteil bei den Erfinderbenennungen für die im Jahr 2017 in Deutschland veröffentlichten Patentanmeldungen bei 6,3 Prozent. »Frauen haben die gleichen Fähigkeiten wie Männer. Mit gut sechs Prozent Erfinderinnenanteil nutzen wir das Innovationspotenzial unseres Landes aber nicht optimal aus«, sagt DPMA-Präsidentin Cornelia Rudloff-Schäffer. »Wir müssen die Fähigkeiten von Frauen stärker nutzbar machen, wenn wir unsere Spitzenstellung in Forschung und Entwicklung behaupten wollen.«

Cornelia Rudloff-Schäffer © Barbara Gandenheime

 

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