Durch die Schließung der Grenzen zu Österreichs Nachbarländern wird ein Engpass in der 24-Stunden-Betreuung befürchtet. Viele der rund 33.000 PersonenbetreuerInnen, die sich hierzulande um Betreuungs- und Pflegebedürftige kümmern, kommen aus Rumänien und der Slowakei. Seit der Schließung der Grenzen sind pflegebedürftige Menschen, ihre Angehörigen und Betreuungskräfte verunsichert. Sie fragen sich, welche Auswirkungen dieses Vorgehen auf ihre Situation und die Betreuung hat. Die KlientInnen möchten vor allem wissen, was passiert, wenn ihre PersonenbetreuerIn nach Hause fährt. Wir haben daher zahlreiche Gespräche mit den BetreuerInnen geführt und alle haben zugestimmt, ihren Turnus zu verlängern. Wichtig ist, sich den Sorgen der betroffenen Personen anzunehmen und sie transparent zu informieren. Man muss sich die Betreuungssituation immer individuell ansehen, auf die einzelnen Bedürfnisse eingehen und mit den Menschen über die aktuelle Lage reden. Nur so kann man ihnen ihre Ängste nehmen. Auch jene, die zuvor nicht auf eine Betreuung angewiesen waren, aber nun Unterstützung benötigen, erhalten Hilfe. Wir suchen auch für neue KlientInnen eine/n BetreuerIn und versuchen, alle Anfragen rasch zu bearbeiten und mit einer Betreuung zu beginnen. Der Arbeitsalltag ist daher weniger strukturiert und man muss noch flexibler als sonst agieren. Denn auch hier setzen wir die Maßnahme der Regierung um, so wenige Kontakte wie möglich zu haben und gleichzeitig ein hohes Maß an qualitätsvoller Beratung zu ermöglichen. Wenn man sich den Sorgen der Menschen gewissenhaft annimmt, gibt es keine zeitliche Beschränkung des Tages.

Die psychische Arbeitsbelastung ist durch die Corona-Krise größer als zuvor: Der laufende Austausch mit den PersonenbetreuerInnen ist daher sehr wichtig, um feststellen zu können, wie jemand mit der Situation zurechtkommt. Um den Betreuungskräften ein Stück weit die Verunsicherung im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu nehmen, haben sie zudem einen Leitfaden für die Umsetzung von Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen erhalten – auch wenn diese Hygieneregeln bereits vor dem Coronavirus unerlässlich gewesen sind. Die Unterstützung der PersonenbetreuerInnen durch fundierte Informationen und laufende Gespräche darf nicht vernachlässigt werden. Die Angehörigen und zu pflegenden Personen werden ebenfalls eingebunden, um den Zusammenhalt in dieser herausfordernden Zeit zu stärken und das Vertrauen zu fördern, dass niemand mit Betreuungsbedarf auf sich alleine gestellt ist.

 

Über Kerstin Marchner

Kerstin Marchner, BSc, ist seit 1990 in der Gesundheits- und Krankenpflege tätig. Sie hat in öffentlichen Spitälern und Pflegeheimen gearbeitet, wo sie unter anderem für die Qualitätssicherung zuständig war und auch Personalverantwortung übernommen hat. Seit 2017 ist Kerstin Marchner selbstständig, seit September 2019 ist sie bei BestCare 24, einer Vermittlungsagentur für 24-Stunden-Betreuung und Pflegedienstleistungen, für den Aufbau eines regionalen Pflegenetzes zuständig. In der Corona-Krise ist sie als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin im Dauereinsatz.

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