Beatrice Drach hat in einem internationalen Pharma-Konzern gearbeitet, bis ein Burnout sie vollständig ausgebremst hat. »Ich habe zwar aufgrund meiner Ausbildung, einem Teilstudium für Psychologie, gewusst, dass ich auf ein Burnout hinsteuere, konnte es zu diesem Zeitpunkt aber  nicht mehr aufhalten«, sagt sie. Als leistungsorientierter Mensch waren Sätze wie »Das geht schon noch« oder »Das schaffe ich schon noch irgendwie« ihre ständigen Begleiter. »Ich bin zusammengebrochen, habe nur noch geweint und es wurde mir immer klarer, dass ich mein altes Leben so nicht weiterführen kann.«

»Nach einer sehr langen Krankenstandsphase habe ich dann begonnen als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Onkologie zu arbeiten. Mein Mann ist Arzt, so entstand der Kontakt«, erklärt sie. Während dieser Zeit hat sie unter anderem auch gemerkt, dass es den Patient*innen, die an Krebs erkrankt sind, besser geht, wenn sie Bewegung machen. Für Beatrice Drach der Startschuss in ein neues Arbeitsleben, da ihr dadurch bewusst wurde, dass sie in Zukunft gerne in diesem Bereich arbeiten möchte. Mit einem Masterstudium zu Gesundheitsförderung und Prävention hat sie sich schrittweise auf diesen neuen Weg begeben. »Das war mein Auslöser. Plötzlich habe ich gewusst, dass ich Menschen dazu beraten möchte, wie sie darauf schauen können, dass sie nicht in dir Krankheitsfälle tappen – körperlich und mental. Ich habe mich also als sportwissenschaftliche Beraterin selbstständig gemacht«, fasst sie zusammen.

© Michael Strobl Photography

Trotzdem war der Umstieg in die Selbstständigkeit nicht nur von Sonnenschein und unbändigen Freiheitsgefühlen begleitet. »Am Anfang war schon sehr viel Angst da, weil während meiner Zeit im Konzern sehr gut verdient habe und ein fixes Einkommen einfach sehr viel Sicherheit mit sich bringt. Mein Mann hat mich zu Beginn finanziell unterstützt und mir dadurch etwas
Zeit gegeben mein Business ordentlich aufzubauen. Das hat mir den Druck etwas genommen«, erklärt die begeisterte Sportlerin. Dazu kamen Gedanken wie »Habe ich versagt?« 
oder »Ich mache jetzt ‚nur‘ Leute fit, bin ich deshalb schlechter als vorher?«. Diese Gedanken wegzuwischen und sich voll und ganz auf den neuen Weg zu konzentrieren, war vor allem am Anfang nicht immer leicht. »Mittlerweile bin ich aber draufgekommen, dass mich die Leute jetzt viel mehr schätzen als vorher.  Und dieser Punkt der gegenseitigen Wertschätzung ist mir unglaublich wichtig geworden. Ich kann in meiner neuen Tätigkeit Menschen direkt helfen – das ist ein unglaublich schönes Gefühl.«

Beatrice Drach möchte ihre Definition von Fitness nicht auf Kleidergrößen aufhängen, sondern viel lieber daran festmachen, wie wohl oder unwohl sich die Menschen in ihren Körpern fühlen. »Es ist für den Alltag unheimlich wichtig, sich in seinem Körper gut zu spüren. Das möchte ich den den Menschen, die zu mir kommen, gerne mitgeben«, erklärt Drach. Den Umstieg hat nur in Ausnahmesituationen bereut. So zum Beispiel auch während der Anfangszeit der Coronakrise. »Ich dachte mir einfach, dass ich weniger Zukunftssorgen hätte, wenn ich fix angestellt wäre. Aber ich bin ein Mensch, der das Glas grundsätzlich halb voll sieht, deshalb habe ich die Krise schnell als Chance begriffen und mich neu aufgestellt.« Gesagt, getan. Während Beatrice Drach ihre Beratungen vor der Krise in ihrer Praxis im 8. Bezirk durchgeführt hat, hat sie nun alles auf online umgestellt. Die eins-zu-eins Trainings und Beratungen finden jetzt per Video-Konferenz statt und werden sehr gut angenommen. Nur ihre Lauftrainings kann Beatrice momentan leider noch nicht abhalten – aber die laufen ja niemandem davon.

https://www.beatrice-drach.com/

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