Frauen und Geld – vereinbar oder doch unvereinbar? … Natürlich Ersteres! Lange galten Finanzen als männliche Domäne, und von dieser Vorstellung scheinen wir uns erst sehr langsam zu lösen; das zeigt sich leider nach wie vor in vielen Bereichen. Um Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, zu zitieren: »Wären es die Lehman Sisters gewesen und nicht die Lehman Brothers – die Welt sähe heute anders aus.« Milliardenwerte wurden an den Börsen in wenigen Stunden im Jahr 2008 vernichtet, und trotz immer wieder wohlmeinenden Absichtserklärungen hat sich der Frauenanteil in den Führungsetagen nicht wirklich verändert. In Österreich sind aktuell nur 7,3 Prozent aller Vorstandposten von Frauen besetzt, obwohl es unbestritten ist, dass Frauen oft viel erfolgreicher bei Geldanlagen/-geschäften sind als Männer, die sich oft selbst überschätzen und daher auch höhere Risiken eingehen. Es ist erwiesen, dass weibliche Führungskräfte in der Regel oft ungleich nachhaltiger und weitblickender handeln, die Unternehmensentschuldung wesentlich vorantreiben und das Betriebsergebnis nach Maßgabe der Gegebenheiten steigern, trotzdem gibt es nach wie vor den vorhin erwähnten Gap in den Führungsetagen. Frauen sind vorsichtiger, investieren langfristiger und sind in den meisten Fällen auch nicht so gierig – sie bräuchten oftmals nur mehr Mut! Frauen sind klug und handeln überlegt in ihren Anlagestrategien. Es ist daher sehr wichtig, dass Frau sich über alle Optionen informiert. Sich mit Geldangelegenheiten auseinanderzusetzen macht unabhängig: Geld schafft Freiheit!

»Frauen sind vorsichtiger, investieren langfristiger und sind in den meisten Fällen auch nicht so gierig – sie bräuchten oftmals nur mehr Mut!«

Als »gelernte Österreicherin« muss man trotzdem zur Kenntnis nehmen, dass unser geliebtes Sparkonto keine Rendite mehr erbringt, denn mit dieser Anlageform und Sparbeträgen sind die Gewinne extrem gering beziehungsweise kaum mehr vorhanden. Es bedarf daher einer cleveren Mischung aus klassischem Sparen und Anlegen. In Österreich sind lediglich circa 60 Mio. Euro in Aktien und Wertpapieren veranlagt. Davon besitzen knapp sechs Prozent der Frauen Einzelaktien, während immerhin 17 Prozent Männer Einzeltitel besitzen. Trotz Zinsflaute haben insbesondere Frauen immer noch große Vorbehalte gegenüber Investitionen am Finanzmarkt beziehungsweise ist das Sparbuch immer noch die beliebteste Anlageform. Dieses Verhalten lässt sich nur durch eine gewachsene Kultur der Sparbücher und der Bausparverträge erklären und durch das Nichtwissen um die Welt der Börse! Wie kommt es, dass so viele plötzlich unsicher werden, wenn es um so wichtige Dinge wie Finanzen, Vorsorge und den eigenen Vermögensaufbau geht? Geld ist nichts anderes als eine Ware beziehungsweise ein Mittel, um Waren zu erwerben. Auch beim Geld geht es um Wissen, eigenes Handeln, sich mit der Materie auseinanderzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und um Eigenverantwortung – etwas, das für uns Frauen grundsätzlich ganz selbstverständlich sein sollte. Also warum nicht auch beim Geld?

Studien haben mehrfach bewiesen, dass wir Frauen eine unübersehbare Macht bei Kaufentscheidungen  sind, daher ist es nur legitim, dass wir uns mit dem Mittel Geld eingehend befassen. Ganze Marketingabteilungen großer Marken haben bereits große Budgets zur Verfügung gestellt, um dem Thema Frauen und Finanzen mehr Aufmerksamkeit zu widmen und diesem Thema besser gerecht zu werden. Es ist daher nur logisch, dass wir Frauen das Gleiche tun.

Muss Geldanlage kompliziert sein? Natürlich nicht, auch das ist eine Frage der Übung und des Vertrauens in das eigene Ich!

Das Risiko sollte breit gestreut sein, das heißt, viele verschiedene Einzeltitel (global und national) und über mehrere Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, sowie haptische Edelmetalle verteilt sein. Außerdem sollte das Ziel der Anlage langfristig gedacht sein, das heißt, sollte ein Titel einen Abwärtstrend verzeichnen, muss man auch die Kraft/Ausdauer haben, das Tief »auszusitzen«, bis wieder eine positive Performance stattfindet. Auch sollte man nicht außer Acht lassen, dass man bei Aktien Eigentum an Unternehmen erwirbt und abgesehen vom Kurswert selbstverständlich auch eine jährliche Dividende/ Ausschüttung erhält. Auch das sollte eine Rolle bei der Anlageform spielen.

Wer jedoch das große Geld mit Aktien innerhalb eines Jahres machen will, der spielt. Das ist hochriskant!

In jedem Fall braucht Frau eine Strategie, die zu ihr passt und mit der sie sich auch identifizieren kann: Wieviel Risiko ist man bereit einzugehen? Welche Ziele hat man (Renditeerwartung)? Wann benötigt man das Geld wieder? Das Wichtigste ist jedoch, dass man sich zuvor mit dem Thema Börse auseinandersetzt, und vor allem muss man sich im Vorfeld eines Aktienkaufs auch mit dem Unternehmen und der Kursentwicklung der Vergangenheit auseinandersetzen; Der beste Kauf erfolgt zu einem Kurstief, da dann die Kurssteigerung eine Frage der Zeit ist. Aber auch mit der Kehrseite der Medaille, den Schulden, muss Frau sich auseinandersetzen. Es muss legitim sein, einen Kredit sowie die daraus erwachsenen Sollzinsen und Kosten zu erörtern und zu verhandeln. Geldverhandlungen dürfen Frau nicht peinlich sein, denn Geld ist die Ware, die Banken anbieten. Bei einem Kreditbedarf macht es wirklich Sinn, bei verschiedenen Banken Angebote zu vergleichen und zu hinterfragen. Umso überlegter man eine Verbindlichkeit eingeht, desto geringer erliegt man der Schuldenfalle – auch hier ist eine optimale Planung von absolutem Vorteil (zum Beispiel die Erstellung eines Haushaltsplans, was für eine Ratenhöhe ist leistbar, wie hoch ist mein Geldbedarf tatsächlich etc.). Auch hier gilt: Umso mehr Frau sich mit der Materie beschäftigt, desto sicherer wird sie sich fühlen. Vielleicht hilft auch die Beiziehung einer Vertrauten/eines Vertrauten. 

Das Motto muss auch in dieser Thematik heißen: Es gibt nichts, was Frau nicht kann beziehungsweise was sie nach reiflicher Auseinandersetzung mit einem Thema nicht schafft!