Kluge Sätze, Statements und Kommentare aus dem Mund der britischen Schauspielerin Emma Watson überraschen ganz und gar nicht. Eher im Gegenteil: Man hat sich sogar schon ein bisschen daran gewöhnt. Dieser leichte Gewöhnungseffektes sollte aber auf keinen Fall Ignoranz oder ein flapsiges »die schon wieder« nach sich ziehen. Das wäre sogar verheerend, wie die jüngste medial beachtete Aussage der jungen Schauspielerin zeigt. 

In einem Interview mit der britischen Vogue erklärte sie, dass sie nicht Single ist, sondern in sich selbst die ideale Partnerin gefunden hat. »Self-partnered« nannte sie es. Das ist nicht etwa deshalb wichtig, weil dadurch die sehr reale Chance besteht, dass damit ein neuer Hashtag so lange durch sämtliche Plattformen und Blogs getrieben wird, bis allen schon beim Eintippen die Luft ausgeht. Nein, es sollte deshalb beachtet werden, weil Watson damit sämtlichen Medienkanälen, deren wichtigster Inhalt es ist, junge Frauen mit den besten Tipps und Tricks an den Mann zu bringen, der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Schließlich beschleicht einen, beim Lesen dieser On- und Offlinemedien, nicht selten das Gefühl, dass das Leben einer Frau nur daraus bestünde, auf den richtigen Partner zu warten oder ihn – mit deren superdurper Insiderwissen – anzulocken. In der Regel mitgelieferter Warnhinweis: Es dauert ein bisschen, bis Mr. Right (normalerweise weiß, cis, muskulös und im Anzug) vor der Tür steht. Aber die Warterei lohnt sich – und in der Zwischenzeit können ja endlich die 157 wichtigsten Gesichtsmasken ausprobiert werden. 

Als Gegenposition zu diesen gefühlt 11.657 Hochglanzseiten, auf denen genau dieses Szenario propagiert wird, war Emma Watsons Aussage unglaublich wichtig. Und wenn daraus ein Hashtag wird, auch okay. 

Emma Watson engagiert sich außerdem in Sachen Gleichberechtigung, ist UN-Sonderbotschafterin und unterstützt die Solidaritätskampagne „HeForShe“, die weltweit Rechte für Frauen einfordert. 

Foto ©Georges Biard, CC BY-SA 3.0, Ausschnitt