Den Lern- und Lehrbereich mit innovativen und oftmals auch digitalen Mitteln zu bereichern, ist das Ziel von EduTech-Startups. Die Bandbreite, die österreichische Unternehmen für Kinder und Erwachsene anbieten, ist groß und reicht von Online- Tools für Studenten über Finanzfortbildung für ganze Familien bis hin zu Robotern, die kinderleichtes Programmieren möglich machen. Wir zeigen zwei Beispiele. 

Alexandra Wolk, Three Coins © Martin Jordan

Beim Start-up Three Coins waren die Herausforderungen der Gründung mannigfaltig: Partnerschaften zu knüpfen, Funding aufzustellen und Prozesse zu etablieren waren nur einige der Aufgaben, denen sich das Wiener Unternehmen stellen musste, und es hat sich stark gewandelt: Aus dem ersten Produkt, einem Smartphone-Game für Jugendliche, hat sich eine Organisation entwickelt, die auf mehreren Standbeinen steht und eine ganze Palette an Angeboten für unterschiedliche Zielgruppen hat. Dazu gehören unter anderem digitale E-Learning-Tools, Apps, multimediale Kampagnen, klassische Workshops, aber auch Beratung sowie Ko-Entwicklungsprojekte mit Unternehmen. »Grundsätzlich sehen wir uns zuallererst als Sozialorganisation: Wirkung steht bei uns an oberster Stelle, und unser Unternehmensziel leitet unsere Entscheidungen. Für unseren Erfolg sind zwei Aspekte ganz entscheidend: zum einen unsere Kooperationen, lokal, wie auch international, die unsere Arbeit erst ermöglichen und unsere Wirkung verbreiten«, sagt Alexandra Wolk, Leiterin der Three Coins Produktentwicklung. Zum anderen sei es, so Wolk, ein diverses Team mit unterschiedlichen Backgrounds, das sich in dem Tätigkeitsfeld Finanzbildung Expertise aufgebaut habe – »und durch unsere flexible Organisationsstruktur, Stichwort Holacracy, auf äußere Einflüsse schnell reagieren kann.«

Ständige Weiterentwicklung und Zukunftsdenken sind es, die gerade im schnelllebigen Start-up-Sektor gefragt sind. Das weiß man auch bei Three Coins. So möchte man zukünftig durch die digitalen Formate, wie auch Workshops, in Zukunft noch mehr Menschen erreichen, wie Alexandra Wolk sagt. »Von Kindern und Jugendlichen bis hin zu Personen in unterschiedlichen Lebenslagen. Im Herbst gehen – in Kooperation mit Banken – zwei neue digitale Formate online. Außerdem entwickeln wir gerade unser erstes ,angreifbares‘ Produkt – ein Gesellschaftsspiel für Familien, um den nachhaltigen Umgang mit Geld schon früh spielerisch zu erlernen.« Ein besonderer Fokus liege weiterhin darauf, das Thema Finanzbildung nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern – »und mit vereinten Kräften wird uns das auch gelingen.«

Three Coins. Das Start-up versteht sich als Wirkungsschmiede für wirkungsvolle Bildungsformate im Finanzbereich. Das Ziel: nachhaltigen Umgang mit Geld als Lebenskompetenz an Jugendliche ebenso wie an Erwachsene zu vermitteln. www.threecoins.org


Stefanie Horvath, Studo © Studo

Das Grazer Start-up Studo bietet digitale Lösungen für Hochschulen, unter anderem mittels einer App. Mit ihr können Studenten Kurse organisieren, Stundenpläne erstellen und Mails verwalten. Außerdem gibt es eine integrierte Chat-Funktion sowie einen Newsfeed, die beides als Plattformen für Studierende an den jeweiligen Hochschulen dienen sollen. Als ergänzendes Produkt bietet Studo Module an, die Prozesse an Universitäten effizienter und digitaler machen sollen, etwa in Form von mobilen Evaluierungen, einer eigenen Uni-Bediensteten-App oder einem Studenten-Help-Chat.

»Wir holen regelmäßig das Feedback der Studierenden und Hochschulen ein, denn die Rückmeldungen sind essentiell für die Weiterentwicklung eines Produkts“, erklärt Co-Gründerin Stefanie Horvath. „Was uns außerdem auszeichnet – und das ist vermutlich eines der Geheimnisse, um gerade im EduTech-Bereich langfristig erfolgreich zu sein – sind die langfristigen Beziehungen, die wir mit unseren Hochschulpartnern eingehen. Diese stellen ihren Studierenden die Studo- App kostenlos zur Verfügung und arbeiten mit uns zusammen auch an weiteren digitalen Lösungen für den Hochschulbereich.«

Studo. Die App wird derzeit in Österreich und Deutschland von über 180.000 aktiven Usern, die großteils Studierende, mittlerweile aber auch immer mehr Hochschulbedienstete sind, genutzt. 17 Hochschulen sind bereits Kooperationspartner. www.studo.com/at