Im kommenden Frühjahr wird Belén Garijo die Führung des Pharma- und Chemiekonzerns Merck übernehmen. Dass Nachrichten wie diese noch als Erfolgsmeldungen, vielleicht sogar als Sensationsberichte, in den Medien vorkommen, ist eigentlich aberwitzig. Aber unbedingt notwendig, auch wenn manche das Gegenteil behaupten. Unter den 30 größten deutschen deutschen börsennotierten Unternehmen des Dax gibt es momentan nämlich keine einzige Frau an der Spitze.

Mit der Übernahme der Führungsspitze durch Belén Garijo wird sich das im Frühjahr ändern. Damit wird die Spanierin wird die zweite Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns. Garijo hat Medizin studiert und ist seit 2011 im Unternehmen. Ihr kommt jetzt die Rolle zu, die im vergangenen Jahr noch Jennifer Morgan innehatte. Bevor sie die Spitze des börsennotierten Softwareunternehmens SAP nach nur einem halben Jahr wieder geräumt hat bzw. räumen musste. Künftig soll also Belén Garijo Vorbild sein, Mut machen und andere Konzerne daran erinnern, dass es auch Frauen an die Spitze von Unternehmen schaffen können. Und sie dort einen ebenso guten Job machen wie ihre männlichen Kollegen. Vielleicht sogar einen besseren.

Gegenüber dem manager magazin charakterisierte der noch amtierende Konzernchef Stefan Oschmann Belén Garijo folgendermaßen: »Sie hat sich schnell Respekt verschafft, ist extrem zielorientiert und durchsetzungsstark«. Über sich selbst sagt sie, dass sie ein Nein nur schwer akzeptieren kann: »Ich fordere von anderen genauso viel wie von mir selbst. Das ist meine Botschaft an die Organisation, damit verdiene ich mir den Respekt meiner Leute. Wenn ich nicht vorlebe, was ich von anderen verlange, bin ich als Führungskraft über kurz oder lang nicht mehr glaubwürdig.«

Foto © Merck