Gemeinsam mit ihrem Bruder betreibt sie vom Attersee aus »Kate & Kon« – eines der führenden Fine-Wine- und Fancy-Food-Unternehmen im deutschsprachigen Raum: Katharina Wolf über die Gnade, mit Kunst aufgewachsen zu sein, und die Vorteile von Frauennetzwerken

Sie stammen aus einer kunstaffinen Familie, die Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen in ihrem Haus am Attersee zusammengebracht hat. Hilft Ihnen diese Offenheit anderen Menschen gegenüber auch in Ihrem Beruf?
Natürlich! Man muss ja ein besonderer Menschenfreund sein, wenn man mit ihnen arbeitet und etwas verkaufen möchte. Wir haben immer viele Gäste zu Hause gehabt, das ist auch jedem zu empfehlen, der im teils sehr nebligen Salzkammergut lebt. Es hebt die Laune. (lacht)

Wie sind Sie sonst vernetzt?
Generell ist das Netzwerken im Handel etwas schwieriger, weil man ja auch in Konkurrenz steht und es sich um einen Verdrängungsmarkt handelt. Außerdem ist unsere Branche sehr männerdominiert.

Würden Sie sich ein weibliches Netzwerk wünschen?
Ja, grundsätzlich ist ein Austausch starker, erfolgreicher oder aufstrebender Frauen sehr interessant. Ein schönes Beispiel ist der Ladies Lunch von Sabine Eichbauer im legendären Restaurant Tantris in München: Da wird zweieinhalb Stunden über Business und Gott und die Welt geredet! Das Gleiche gilt für die Sixt Damen-Wiesn: Die Frauen sind da, um erst Fotos – danach, Kontakte zu machen. Das Netzwerk, welches auf solchen Events entsteht, ist enorm. Ich glaube, Frauen sind da wesentlich effektiver und direkter, wenn es um den Austausch geht.

Was ist Ihr Impact bei solchen Runden, was bringen Sie mit – außer dem guten Champagner?
(lacht) Das ist gar nicht der Punkt, ich gehe nie mit einem bestimmten Vorsatz auf solche Veranstaltungen. Man weiß ja auch nie, wen man dort trifft: jemand, der kulturell etwas mitbringt, vielleicht aber auch eine potenzielle Kundin – offen reingehen in das Geschnatter …

Wie sähe Ihr perfektes Netzwerk für Österreich aus?
Es ist nicht so schwer: Verschiedene Altersklassen, verschiedenen Berufsfelder, verschiedene Interessen. Und alle müssen auf eine Ebene gebracht werden, egal ob prominent oder nicht. Denn schließlich sind ja alle dazu angetreten, sich auszutauschen, da sollte es keine Bevorzugung geben.

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