Diversity, also Vielfalt in Unternehmen, ist momentan in aller Munde. So scheint es jedenfalls. Der Verdauungsprozess ist allerdings noch nicht besonders weit fortgeschritten. Bestätigt wird das wieder einmal von einer Liste. Und zwar von der Liste »America’s 100 Most Innovative Leaders« des Wirtschaftsmagazins Forbes. Begibt man sich in dieser Liste nämlich auf die Suche nach einer Frau, gibt man dem Zeigefinger schon eine Mammutaufgabe auf – und ist erstmal damit beschäftigt zu scrollen.

Nach leichten Ermüdungserscheinungen, des Fingers und des Verstandes, findet man sie dann tatsächlich: Barbara Rentler ist CEO der Discounter-Kette Ross Store und hat es auf Platz 75 geschafft. Ihr Name hat es zumindest dorthin geschafft, denn, im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, gibt es von ihr kein Foto.

Wie könnte eine solche Liste in Zukunft anders aussehen? Und vor allem: Wie könnte eine solche Liste dazu beitragen, dass Diversity nicht bloß ein Buzzword bleibt. Jemand der darauf keine Antwort hat, ist Randall Lane, der das Entstehen dieser List mitverantwortete. In seiner öffentlichen Stellungnahme bezieht er sich lediglich auf die angewandte Methode. Unter anderem bezieht sich das Ranking auf die Reputation in den Medien, das soziale Kapital und die Investorenerwartungen. Darüber hinaus müssen die GründerInnen der Unternehmen mindestens zehn Milliarden Dollar wert sein, in den vergangenen fünf Jahren an die Börse gegangen sein und unter den »Forbes-Top 100 Most Innovative Companies« sein. Deshalb, so Randall Lanne, hätten Frauen von Anfang an keine Chance gehabt.

In den sozialen Medien bliebt diese sehr einseitige Liste natürlich nicht unkommentiert. Wir präsentieren einen kleinen Auszug: